Erkrankungen in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
1. Abszeß
Ansammlung von Eiter
durch Gewebe, welches durch eine Entzündung zerstört ist. Wird von der
gesunden Umgebung abgekapselt. Therapie ist die antibiotische-medikamentöse
Therapie der zugrundeliegenden Infektion, in schlimmen Fällen die
chirurgische Eröffnung und das Ablassen des Eiters nach außen.
(siehe auch: www.meine-gesundheit.de/stiver/krankh/furunkel.htm)
2. Akustikusneurinom
Ein
Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor, der vom 8. Hirnnerven ausgeht, meist
vom Gleichgewichtsnerven. Er wächst meistens innerhalb des
Gehörganges, zumTeil aber auch außerhalb davon. Also befindet er sich
zwischen dem Innenohr und dem Gehirn. Als erstes bemerkt der Betroffene ein
schlechteres Gehör auf dem erkrankten Ohr, manchmal von einem
Ohrgeräusch (=Tinnitus) begleitet. Nur in ganz seltenen Fällen kommt
ein Schwindelgefühl dazu. Der Hörverlust wird oft erst nicht bemerkt,
vielmehr fällt auf, daß z.B. beim Telefonieren immer nur ein
bestimmtes Ohr (das besser hörende !) benutzt wird. Für die Diagnose
der Erkrankung stehen die Hörteste im Vordergrund. Ein genauer Hörtest
sowie die Hirnstammaudiometrie (BERA) und gegebenenfalls eine
Gleichgewichtsprüfung (ENG) geben erste Hinweise auf das Vorhandensein eines
Akustikneurinomes. Im Verdachtsfall wird dann eine Kernspintomographie
(=Untersuchung des Körperinneren mittels magnetischer Felder, ohne
Belastung des Patienten mit Röntgenstrahlen) durchgeführt. Da das
Akustikneurinom sehr langsam wächst, über Jahre oder Jahrzehnte
hinweg, erreicht es erst spät eine Größe, wo es auf andere
Hirnteile durch sein Wachstum drückt und dann chirurgisch entfernt werden
muß! Diese Operation ist zwar sehr schwierig und wird nur von erfahrenen
HNO-Ärzten und Neurochirurgen durchgeführt, ist aber relativ
gefahrlos!
(siehe auch: www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll13.htm)
3. Allergie
Eine allergische Erkrankung ist eine Erkrankung des Immunsystems, daß heißt, eine Erkrankung des körpereigenen Abwehrsystemes. Ausgelöst werden sie durch körperfremde Moleküle (=Alergene), die aus der Umwelt stammen. Das Immunsystem des Erkrankten setzt sich vor allem durch die im Blut vorhandenen Antikörper (=körpereigene Abwehrstoffe, hier insbesondere sogenannte IgE-Antikörper) mit den körperfremden Allergenmolekülen auseinander, so daß gleichsam von einer Art chronischer "Entzündung" gesprochen werden kann. Diese immunologische Phase der Erkrankung setzt "Botenstoffe" (=Mediatoren) frei, die in der zweiten, der biochemischen Phase dem erkrankten Organ (in der HNO-Heilkunde in fast allen Fällen die Nasenschleimhaut) die dem untersuchenden Arzt sichtbaren Krankheitserscheinungen verursachen. Die Diagnose einer Allergie beruht auf drei Untersuchungsschritten:
1. Das
krankheitsauslösende Allergenmolekül muß erkannt werden
2. Der abwehrstoffliche Mechanismus der Allergie muß
nachgewiesen werden
3. Die Krankheitserscheinungen am
betroffenen Organ (Nasenschleimhaut) müssen demonstriert werden
Dazu muß zunächst die Krankengeschichte (=Anamnese) erhoben werden, diese liefert bereits erste Hinweise auf eine allergische Erkrankung, denn allergische Erkrankungen kommen in Familien, in denen Allergien bekannt sind, gehäuft vor. Manchmal läßt sich ein Allergen auch direkt erkennen, z.B. bei einer Staubbelastung am Arbeitsplatz. Darauf folgt die ärztliche Untersuchung, um den sogenannten klinischen Befund zu erheben. Die Nasenschleimhaut ist im klassischen Fall leicht bläulich-rötlich (=livide) gefärbt, geschwollen und bildet vermehrt weißlich-klaren Schleim.
Es folg nun der Allergietest, der sich zunächst als Hauttest (=Kutantest) durchführen läßt. Hierbei werden die häufigsten Allergenmoleküle (in der HNO-Heilkunde Gräser-, Getreide-, Baumpollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Tierhaare) in die Haut eingbracht und verursachen dort den obengenannten Mechanismus, der zur Hautrötung, Blasenbildung und zu Juckreiz führt. Hierbei werden auch Kontrollmoleküle und -substanzen eingesetzt, die eine falsche Auslegung der Untersuchungsergebnisse verhindern, weil sie bei jedem Menschen zur gleichen Reaktion führen.
Daran schließt sich der sogenannte Provokationstest an, bei dem im HNO-Bereich die auf der Haut sichtbaren allergieauslösenden Moleküle direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden. Wenn nun die Nasenschleimhaut sicht- und meßbar (=Rhinomanometrie, das ist die Messung der Durchgängigkeit der Nase für Luft) auf das Allergen reagieren (=nasale Provokation), kann die allergische Erkrankung als gesichert gelten.
Es folgen nun die Überlegungen zur Behandlung. An erster Stelle stehen die Überlegungen zur sogenannten Allergenkarenz, d.h. der Erkrankte sollte keinen Kontakt mehr zu den krankheitsauslösenden Molekülen haben. Bei Tierhaaren läßt sich das Problem nur dadurch lösen, daß ein evtl. vorhandenes Haustier (Hund, Katze, Kaninchen, Vogel) abgegeben wird, auch wenn es schwerfällt! Unsere Gesundheit hat schließlich Vorrang, und es findet sich sicher leicht ein neues Herrchen oder Frauchen!!!!! Bei der Hausstaubmilbenallergie lassen sich Wohnungen für Allergiker mit einigen, wenn auch nicht immer preiswerten, Maßnahmen krankheitsentsprechend herrichten. Die Krankenkassen übernehmen auf Empfehlungen des Arztes zum jetzigen Zeitpunkt noch einen Teil der Kosten für solche Maßnahmen. Sprechen sie ihren Arzt darauf an! Es gibt aber auch Allergien, bei denen eine Vermeidung des Allergenkontaktes unmöglich ist, wie z.B. bei den Pollenallergien. Hier geht es weiter in der Planung der Behandlung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie(=Behandlung):
1. Allergenkarenz
(s.o. , nicht in allen Fällen möglich!)
2. Die
medikamentöse Behandlung mit Tabletten, Tropfen, Sprays oder Augentropfen;
dies Behandlung bekämpft nur die Krankheitserscheinungen (=Symptome), nicht
jedoch die Ursache der Erkrankung
3. Die
medikamentöse Hyposensibilisierung, bei der geringe Mengen des
krankheitsauslösenden Allergenmoleküls in aufsteigender Stärke
dem Körper entweder unter die Haut (=subcutan) gespritzt werden, oder
neuerdings auch als Lösung zum Einnehmen angewendet werden. Ziel dieser
Behandlung ist, daß der Körper de Erkrankten körpereigene
Abwehrstoffe gegen das Allergen entwickelt, so daß die Allergie in ihrer
Ursache bekämpft wird.
Allergien haben die unangenehme Eigenschaft, daß sie sich im Körper ausbreiten können. Das heißt, das sie sich auf ein anderes Organ ausdehnen können. Bei den Allergien, mit denen ein Hals-Nasen-Ohrenarzt immer wieder in Verbindung kommt, ist es in erster Linie der sogenannte "Etagenwechsel" in die Bronchien und die Lunge. Es kommt zum klassischen Asthma, welches dem Betroffenen doch sehr unangenehme Krankheitserscheinungen verursacht, und den Krankenkassen nicht unerhebliche Mehrkosten durch die dann erforderliche lebenslange medikamentöse Behandlung verursacht. Das ist in unserer Zeit der Medikamentenzuzahlung (=von den Patienten mitzutragender Arzneipreis, in diesem Fall ca. 350,00DM pro Rezept, Patientenanteil nach Vorschaltgesetz vom 18.12.98 11,00DM) und der Arzneimittelbudgetierung (=von ärztlicher Seite durch den Staat vorgeschriebenen Verordnungsausgaben bis zu einer bestimmten Höchstsumme, z.Zt. ca. 14,00DM für Rentner und ca. 17,00DM für Mitgliedsversicherte und Familienversicherte [Ehefrau,Kinder] für einen Patienten im gesamten Quartal [=3 Monate] für das Fachgebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde) ein nicht unwesentlicher Ansichtspunkt. Deshalb ist es ratsam, bei allergischen Erkrankungen die Hyposensibilisierung als Behandlung der ersten Wahl anzusehen, um ein Fortschreiten der Erkrankung möglichst zu vermeiden.
Der Patient bekommt dann ein Rezept für die notwendigen Medikamente, die individuell für ihn hergestellt werden. Dann muß er die Last auf sich nehmen, in den ersten Monaten, bis die höchste Stärke der Spritz- oder Trinklösung erreicht ist, alle zwei Wochen in die Arztpraxis zu kommen, seine Spritze zu erhalten, und dann noch 30 Minuten in der Praxis zu verweilen! Diese Zeit ist notwendig, weil es durch den Kontakt des Körpers mit dem Fremdmolekül zu Nebenwirkungen kommen kann. Normalerweise kommt es zu Rötungen oder Schwellungen oder auch zu Juckreiz im Bereich der Einstichstelle. diese Erscheinungen sind mit Salben oder Tabletten zu beherrschen. Im schlimmsten Falle kann es zu einem allergischen Schock kommen, der sofortiges ärztliches Handeln notwendig macht! Für diesen Fall hat jeder Arzt einen sogenannten Notfallkoffer, mit dem sich alle allergischen Krankheitserscheinungen beherrschen lassen! Deshalb sollten sie den Anweisungen ihres Arztes folgen, denn nur so kann er ihre Sicherheit garantieren!
Die Behandlung der Hyposensibilisierung wird dann nach
Erreichen der höchsten Medikamentenstärke in monatlichen
Abständen fortgesetzt und durch regelmäßige Allergieteste
überprüft. Die Gesamtbehandlungsdauer sollte maximal drei Jahre nicht
überschreiten, da sonst ein Versagen der Behandlung (=Therapieversagen)
anzunehmen ist! In der Medizin gibt es leider keine Therapiegarantien, nur die
Zusage der Behandlung nach dem aktuellen Stand der Medizin. Und der Mensch ist
nun mal kein Auto, das man morgens mit einem Defekt in die Wekstatt gibt und am
nachmittag funktionierend wieder abholt. Menschen sind jeder für sich
einzigartig und nicht jeder spricht auf eine Behandlung an!
4. Angina Plaut Vincenti
Dies ist eine ntzündliche Erkrankung des Rachenringes, insbesondere einer Gaumenmandel mit Geschwürbildung (=Ulcus). Ein schmieriger gelblich-eitriger Belag bedeckt eine Gaumenmandel. Die Behandlung erfolgt mit Penicillin.
Antibiotika sind eine sehr wichtige Arzneimittelgruppe, die das Bakterienwachstum hemmen oder Bakterien abtötet. Sie werden erst wirksam, wenn eine bestimmte Menge im Blut vorhanden ist und die Krankheitserreger erreicht und bekämpfen kann. Verschiedene Antibiotika richten sich nur gegen einen Krankheitserreger (=Bakterium), doch gibt es sogenennte "Breitspektrumantibiotika", die gegen die meisten vorkommenden Erreger von Krankheiten wirksam sind. Das älteste Antibiotikum ist das Penicillin, welches 1928 von dem Engländer A. Flemming entdeckt wurde und ab ca. 1940 in größerem Umfang eingesetzt werden konnte. Leider kommt es bei häufigem Einsatz von Antibiotika zu einer Resistenzbildung, d.h daß das Antibiotikum keine Wirkung mehr hat, weil das krankheitsauslösende Bakterium nicht mehr auf das gegen es gerichtete Medikament reagiert, weil es sich an das Medikament gewöhnt und Abwehrstoffe dagegen gebildet hat.
6. Chemotherapeutika
Das sind auf künstlichem Weg (=chemisch) hergestellte Arzneimittel, die einen Krankheitserreger (=Bakterium) oder das Wachstum von fremdartigen Körperzellen (=Tumoren) unterdrücken, ohne das umgebende Gewebe oder den Patienten zu schädigen. Die Forschung geht dahin, immer mehr Medikamente zu entwickeln, die möglichst wenig unerwünschte Wirkungen (=Nebenwirkungen) haben. In dieser Medikamentengruppe finde wir Antibiotika, Anti-Krebsmedikamente (=Zystostika), Malaria- oder Tuberkulosemedikamente!
7. Desensibilisierung
Desensibilisierung heißt auf deutsch: "gegen etwas unempfindlich machen". Wird angewandt in der Allergiebehandlung (=Allergietherapie). Man versucht, die Überempfindlichkeit eines Patienten gegenüber einem bestimmten Stoff herabzusetzen. Siehe dazu das Kapitel Allergie.
8. Endoskopie
Untersuchung von inneren Räumen des Körpers (z.B. Nase, Nasennebenhölen, Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre) mit einem starren oder biegsamen Instrument, welches mit einer Lichtquelle und einem Spiegel ausgestattet ist (=Endoskop)
9. Gehörknöchelchenverknöcherung (=Otosklerose)
Dies ist eine relativ
seltene Form der Schwerhörigkeit, bei der es zu Knochenwucherungen
besonders im Bereich des Steigbügels - also des
Gehörknöchelchens, welches direkt am Hörorgan (=Innenohr) sitzt -
kommt. Betroffen sind meist jüngere Frauen, oft auch während der
Schwangerschaft oder in der Menopause, wenn Hormone medikamentös
zugeführt werden müssen. Die Erkrankung tritt ein- oder beidseitig
auf, ist an sich gutartig, führt aber zu einer Versteifung des
Steigbügels, so daß die Schallübertragung vom Trommelfell auf
das Innenohr (=Hörorgan) nicht mehr richtig ablaufen kann. In der Folge
kann es zu einer Mitbeteiligung des Hörorganes kommen, die dann nicht mehr
behandelt werden kann, außer durch das Tragen eines Hörgerätes.
Häufig kommt es zu quälenden Ohrgeräuschen (=Tinnitus). Die
Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben, d.h. langsam wird
zunächst ein Ohr schwerhörig, dann das andere Ohr. Die zeitlichen
Zusammenhänge sind aber noch nicht geklärt, ebensowenig die
Zusammenhänge mit den weiblichen Sexualhormonen. Zur Sicherung der
Erkrankung werden die HNO-ärztlichen Verfahren angewandt: als erstes
erfolgt ein Hörtest (=Tonschwellenaudiometrie), eine Messung der
Trommelfellbewglichkeit (=Impendanzmessung) und der
Gehörknöchelchenbeweglichkeit (=Stapediusreflexmessung). Letztendlich
läßt sich die Diagnose nur durch einen operativen Eingriff sichern
(=Tympanoskopie), wobei sich die Ursache der Erkrankung in örtlicher
Betäubung gleich beheben läßt. Nach dem Aufklappen des
Trommelfelles wird der verknöcherte Steigbügel entfernt und durch eine
Kunststoff- oder Drahtbügelprothese ersetzt. Diese Operation ist zwar sehr
schwierig durchzuführen, doch der erfahrene Arzt wird den Eingriff in
örtlicher Betäubung durchführen, damit der Patient seinen
Hörgewinn noch auf dem Operationstisch erleben kann. Es besteht
natürlich auch die Gefahr der Ertaubung des Ohres, dieses Risiko liegt aber
glücklicherweise nur bei etwa 1%!
(siehe auch: www.uni-duessledorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll07.htm)
10. Gesichtsnervenlähmung (=Facialisparese)
Es gibt
verschiedene Ursachen dieser Lähmung. Sie kann entstehen durch
Entzündungen (Hirnhautentzündung, chronische Mittelohrentzündung
u.a), durch Verletzungen (Gehirnerschütterung, Gehirnquetschung), durch
Tumore, Gefäßmißbildungen und Durchblutungsstörungen,
Vergiftungen (Alkohol, Medikamente), oder durch Erkrankungen des zentralen
Nervensystems (z.B. multiple Sklerose). Bei den entzündlichen Ursachen
können bestimmte Viren (z.B. das Herpes zoster-Virus, das auch für die
Gürtelrose verantwortlich ist), die bevorzugt Nerven befallen, eine Ursache
sein. Die im HNO-Bereich häufigste Form ist jedoch eine Begleiterkrankung
der akuten oder chronischen Mittelohrentzündung. Die Behandlung besteht in
der operative Entfernung des Entzündungsherdes und der Freilegung
(=Dekompression) des Gesichtsnerven. Die Heilungsaussichten sind bei der akuten
Entzündung gut, die der chronischen jedoch gelegentlich schlecht. Bei den
verletzungsbedingten Lähmungen heilen 75% der Frühlähmungen (sie
treten < 24 Stunden nach der Verletzung auf) und 90% der
Spätlähmungen ohne Behandlung (=spontan) ab. Ansonsten wird der
Gesichtsnerv auch hier operativ freigelegt, um seine Zellen zu entlasten
(=Dekompression). Daneben gibt es noch eine Sonderform, die sogenannte
idiopathische Facialislähmung. Deren Ursache ist noch nicht geklärt,
vermutlich ist auch hier von einer Durchblutungstörung auszugehen, die eine
Schwellung des den Nerven umgebenden Gewebes (=Ödem) verursacht, die den
Nerven quasi einklemmt. Die Behandlung besteht aus der Gabe von Kortison un der
Gabe von Medikamenten, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern,
direkt in die Vene mittels Infusionen. Bei schweren Fällen wird auch hier
der Nerv operativ freigelegt.
www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll08.htm
siehe
auch:
www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll42.htm
11. Grützbeutel (=Atherom)
Das ist eine Talgansammlung, die zum Tragen kommt, wenn eine Talgdrüse an ihrem Ausführungsgang in der Haut nach außen verstopft ist. Er / es kann eine tumorähnliche Größe erreichen. Eigentlich eine harmlose Erkrankung, die man operativ sehr gut behandeln kann!
12. gutartiger Lagerungsschwindel
Dies ist eine gutartige Form de Schwindels, die wahrscheinlich auf eine
Ablagerung anorganischer Substanzen in einem bestimmten Teil des
Gleichgewichtsorganes (=in der Kupula) zurückzuführen ist. Dadurch
wird die Reizbarkeit der Sinneszellen erhöht und es kommt bereits bei
kleinsten, an sich normalen Bewegungen oder Beschleunigungen zu
Schwindelerscheinungen, die mit geeigneten Methoden (=Gleichgewichtsprüfung) darstellbar sind.
www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll12.htm
siehe
auch:
www.meine-gesundheit.de/stiver/krankh/schwinde.htm
13. Heiserkeit (=Dysphonie)
Hierbei handelt es sich um eine meist entzündliche Schwellung der
Stimmbänder im Kehlkopf, oft hervorgerufen durch eine Infektion des
Kehlkopfes (=Laryngitis). Doch auch eine eine Überanstrengung der
Stimmbänder durch vieles oder lautes Reden kann die Heiserkeit verursachen,
genauso wie das Rauchen. In jedem Fall ist eine Heiserkeit, die länger als
14 Tage besteht, durch eine HNO-ärztliche Untersuchung abzuklären. Im
Falle einer Entzündung besteht die Behandlung in der Gabe von Antibiotika.
Wichtig ist vor allem der rechtzeitige Arztbesuch, denn Heiserkeit und / oder
Halsschmerzen können erste Anzeichen einer schweren Erkrankung sein. Dazu
zählen Erkrankungen wie Diphterie, die spinale Kinderlähmung oder
Scharlach, im schlimmsten Fall eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes
oder der Stimmbänder (=Kehlkopf- oder Stimmbandkrebs)! Wichtig ist hier die
rasche Erkennung der Ursache, denn eine frühzeitige Erkennung und
Behandlung hat selbst bei bösartigen Tumoren (=Krebs=Karzinom) eine gute
Aussicht auf vollständige Heilung!!! Doch es gibt auch gutartige
Geschwülste, z.B. Polypen (=Phonationsknötchen) der Stimmbänder.
Diese machen ebenfalls durch Heiserkeit auf sich aufmerksam. Bevorzugt treten
sie bei Männern zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Ursache sind
häufig entzündliche Erkrankungen des Kehlkopfes, oder häufiger
Einsatz der Stimme. Auch sie werden durch einen kleinen chirurgischen Eingriff
(=mikrolaryngoskopische Abtragung, d.h. der Arzt entfernt unter dem Mikroskop
mit speziellen Instrumenten die Polypen) beseitigt. Daneben gibt es auch noch
sogenannte Ödeme (=Schwellungen) der Stimmbänder als Ursache für
eine Heiserkeit. Diese Schwellungen (=Reinken-Ödeme) betreffen vor allem
Menschen mit beruflich bedingter starker Stimmbelastung und / oder Rauchen.
Typisch sind meist beidseitige "Wassersäckchen" an den
Stimmbändern. Auch diese Ödeme werden operativ wie Stimmbandpolypen
entfernt.
| siehe auch: |
www.uni-dueseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll43.htm
(Heiserkeit)
|
14. Hörsturz
Es kommt zu einem einseitigen, plötzlichen Hörverlust, der
Patient gibt an, er habe ein Gefühl als sei Watte im Ohr. Zusätzlich
können ein Druck im Ohr oder ein Ohrgeräusch (=Tinnitus) bestehen.
Eine Ursache ist nicht bekannt, man nimmt jedoch an, daß es eine
Durchblutungsstörung im Bereich des Innenohres oder des Hörnerven
handelt. Es kommen jedoch auch eine Autoimmunerkrankung (d.h. der Körper
bildet Stoffe, die gegen ihn selbst gerichtet sind), eine Virusinfektion,
Stoffwechselstörungen (wie z.B. die Zuckerkrankheit = Diabetes mellitus)
oder auch Erkrankungen der Halswirbelsäule in Betracht. Die Behandlung
erfolgt zunächst durch Infusionen mit Medikamenten zur Verbesserung der
Fließfähigkeit des Blutes mit Zusatz von durchblutungsfördernden
Medikamenten. Beim Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung wird zusätzlich
Kortison verabreicht. Der Versuch einer Sauerstoffüberdruckbehandlung ist
technisch aufwendig, verursacht Kosten und der Erfolg ist nach bisherigen
Erfahrungen zweifelhaft. Wenn die Behandlung frühzeitig erfolgt, am besten
innerhalb der ersten Tage nach Beginn der Hörstörung, is in den
meisten Fällen eine teilweise oder vollständige Heilung
möglich.
(siehe auch: www.uni.duesseldorf.de/WWW/AWM/ll/hno_ll10.htm)
15. Infektion
"Angina" bedeutet auf deutsch eigentlich "Verengung".
Sie entsteht z.B. durch einen allgemeinen Infekt (=durch einen Virus
hervorgerufene "Grippe"), eine Halsentzündung, einen Schnupfen
oder eine entzündliche Vergrößerung der Gaumenmandeln, wodurch
die Luftdurchgängigkeit der Atemwege beeinträchtigt wird. Wegen ihrer
Häufigkeit hat sich der Begriff "Angina" für alle
entzündlichen Erkrankungen des Rachenrings eingebürgert. Also steht
dieser Begriff gleichbedeutend für Schnupfen, Grippe, Husten oder
Halzschmerzen.
16. Mandelentzündung (=Tonsillitis)
Ist eine akute oder chronische Gaumenmandelentzündung, die bei
längerem Bestehen der chronischen Form zu Komplikationen wie einer
Nierenbeteiligung, Rheuma oder erworbenen Herzklappenfehlern führen kann.
Daher sollte eine Tonsillektomie (=TE=operative Entfernung der Gaumenmandeln)
durchgeführt werden, wenn mehr als drei Mal im Jahr ein Antibiotikum wegen
einer Mandelentzündung genommen werden muß. In besonders schweren
Fällen der akuten Mandelentzündung kann es zur Abszeßbildung hinter oder um eine Gaumenmandel
herum kommen (=Peri- oder Retrotonsillarabszeß). Hier ist es notwendig,
daß der Patient sofort in ein Krankenhaus gelangt, um ein Antibiotikum
direkt in die Vene verabreichen zu können (=intravenöse Infusion),
oder in besonders schweren Fällen eine sofortige operative Entfernung der
Gaumenmandeln (Abszeß-TE oder TE à chaud) durchzuführen.
| siehe auch: |
www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll24.htm
(chronische Tonsillitis) |
17. Ménièresche Erkrankung
Zu dieser Erkrankung gehören die Erscheinungen 1. anfallsweises
Ohrensausen (=Tinnitus), 2. anfallsweise Schwerhörigkeit und 3.
anfallsweiser Schwindel. Der Anfall setzt ganz plötzlich ein, zunächst
mit den obengenannten Symptomen, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen. Ein
Auslöser für die Erkrankung ist nicht bekannt, man weiß jedoch,
daß Streß die Entstehung begünstigt. Es liegt hierbei eine
Störung in der Zusammensetzung von bestimmten Flüssigkeiten im
Gleichgewichtsorgan (=Vestibularorgan) vor, die zu einer Lähmung von
bestimmten Nervenzellen im Hör- und Gleichgewichtsorgan führt und die
genannten Störungen verursachen. Der Verlauf der Erkrankung ist nicht
vorhersehbar. Meist jedoch verläuft sie schubweise über Jahre hinweg,
wobei die beschwerdenfreien Zeiten unterschiedlich lang sein können. Die
anfallsweise Hörstörung geht jedoch allmählich in eine
unveränderbare, manchmal bis an eine Taubheit grenzende
Schwerhörigkeit über. Behandelt wird die Erkrankung mit Bettruhe und
Infusionen mit entsprechenden Medikamenten. Diese liegen für die Therapie
in der anfallsreichen Zeit auch in Tablettenform vor. Bei schwerem Verlauf mit
häufigen Anfällen versucht man, mit bestimmten Medikamenten eine
gezielte Ausschaltung der Sinneszellen, die direkt in das Mittelohr eingebracht
werden. Wenn auch diese Maßnahme keine Besserung herbeiführt und das
Gehör sehr schlecht ist sowie laute Ohrgeräusche bestehen, wird der
innere Gehörgang operativ eröffnet und ein bestimmter Anteil des
Hör- und Gleichgewichtsnerven entfernt. Diese Maßnahme führt zur
Ertaubung des betroffenen Ohres. Eine Erkrankung beider Ohren ist
außerordentlich selten.
(siehe auch: www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll11.htm)
18. Mittelohrentzündung, chronische und akute (=Otitis media chronica oder acuta)
Hier kommt es zu einer knochenzerstörenden Eiterung im Mittelohr
(=Cholesteatom), die unter ungünstigen Umständen zu einer
Zerstörung des Gleichgewichtsorganes oder zum Einbruch in das Gehirn
führen kann. Als Therapie kommt hier nur die operative Ausräumung des
Krankheitsherdes (=Tympanoplastik, Attiko-Antrotomie) und eventuell der Ersatz
des zerstörten Gehörknöchelchen durch eine Plastik- oder
Metallprothese in Betracht. Die akute Mittelohrentzündung entsteht meist im
Rahmen einer allgemeinen Erkältung wie bei einem Schnupfen. Hier steht in
erster Linie der Schmerz im Vordergrund. Therapie ist hier die Gabe von
Antibiotika, da es sonst zur Perforation ("Platzen") des Trommelfelles
kommen kann. Das entstandene Loch bei der Perforation heilt in der Regel jedoch
schnell wieder zu.
| siehe auch: |
www.uni-dueseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll06.htm (chron.
Otis media)
|
19. Ohrgeräusche (Tinnitus)
Hierunter versteht man Geräusche, die ein Mensch hört, obwohl sie gar nicht existieren. Man schätzt, daß etwa ein Drittel der Menschen gelegentlich und etwa 20% häufig oder gar ein ständiges Ohrengeräusch haben. Bei einigen wenigen Betroffenen ist der Tinnitus ein wirkliches Problem. Tinnitus kann nur auf einem oder auch auf beiden Ohren auftreten, kann unterschiedliche Geräusche wie Sausen, Klingeln, Piepsen oder Rauschen umfassen und unterschiedlich laut und störend empfunden werden. Die Ursachen für Tinnitus sind letztlich noch ungeklärt, jedoch weiß man, das er auf allen Erkrankungen des Ohres beruhen kann, aber auch auf inneren Krankheiten, Kiefergelenkserkrankungen (z.B. in Folge von Zahnfehlstellungen = Fehlbiß), Erkrankungen der Halswirbelsäule oder seelischem und / oder körperlichem Streß. Wichtig ist zunächst eine eingehende HNO-ärztliche Untersuchung sowie den dazu erforderlichen Tests. Es wird ein Hörtest (=Audiogramm) angefertigt, um eine Hörstörung als Ursache auszuschließen. Ferner wird die Beweglichkeit des Trommelfelles und die Funktion der Gehörknöchelchen gemessen (=Impendanz- und Stapediusreflexmessung). Anschließend wird eine besondere Hirnstrommessung (=BERA, das sind akustisch hervorgerufene Hirnströme, die über die Funktion des Hörnerven Auskunft geben, in Englisch Brainstem Evoked Response Audiometry) durchgeführt. In einigen Fällen muß auch eine Gleichgewichtsprüfung durchgeführt werden, da das Hör- und Gleichgewichtsorgan im Innenohr eng benachbart sind. Ferner ist eine internistische Untersuchung, eine gefäßchirurgische Untersuchung der Hals- und Kopfblutgefäße (=Dopplersonographie), eine orthopädische Untersuchung der Halswirbelsäule und eine Untersuchung der Kiefergelenke durch einen Kieferchirurgen oder Kieferorthopäden erforderlich. Diese Untersuchungen werden durchgeführt, um eine schwerwiegende Erkrankung auszuschließen, insbesondere das sehr seltene und gutartige Akustikusneurinom (=eine abnorme Wucherung bestimmter Zellen des Hörnerven, die die gesunden Nervenzellen verdrängt und abklemmt). Sollten alle diese Untersuchungen keine krankhaften (=pathologischen) Befund zeigen, wird noch eine Kernspintomographie (=Darstellung des Körperinneren mittels magnetischer Resonanzen, also ohne Belastung des Körpers mit Röntgenstrahlen!) durchgeführt.
Die Behandlung des Tinnitus ist von unterschiedlichem Erfolg, eine absolut wirksame Therapie gibt es leider nicht. Es gibt die unterschiedlichsten Behandlungsformen, die zum Teil sehr widersprüchlich auch unter Fachleuten diskutiert werden. Im akuten Fall, wenn der Tinnitus noch nicht allzu lange besteht (das heißt weniger als acht Wochen), bietet sich eine Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten an. Ferner stehen solche Medikamente in Tablettenform zur Verfügung, die über einige Wochen oder Monate genommen werden müssen. Auch eine Akupunkturbehandlung bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt kann Linderung bringen. In den vergangenen Jahren wurden auch Versuche unternommen mit einer Laser-Therapie und mit einer Sauerstoff-Überdruckbehandlung (=hyperbare Ozontherapie) in einer speziellen Druckkammer, doch diese Methoden sind auch unter Fachleuten sehr umstritten, und heute werden diese Methoden als eher unwirksam eingestuft und deshalb auch von den Krankenkassen in der Regel nicht mehr bezahlt. Es kann auch ein Behandlungsversuch mit einem sogenannten "Tinnitus-Masker" unternommen werden. Dieser Masker ist einem kleinen Hörgerät vergleichbar, welches das Tinnitus-Geräusch überdecken soll und somit zu einer Linderung der Beschwerden führen kann. Relativ neu ist die sogenannte "Tinnitus-Retrainig-Therapie", bei der ein ganz spezieller Tinnitus-Masker täglich einige Stunden getragen wird, um eine Gewöhnung an das Ohrgeräusch zu erreichen. Zusätzlich erfolgt ein bestimmtes Hörtraining und eine psychologische Betreuung. Sollte das Ohrgeräusch zu einer psychosomatischen Störung oder gar zur Depression führen, so ist eine psychosomatische Begleittherapie sinnvoll. Operative Maßnahmen sind nur sinnvoll bei chronischen Erkrankungen des Ohres (=chronische Mittelohrentzündung), einer Verknöcherung der Gehörknöchelchen (=Otosklerose) und sicher beim Akustikusneurinom.
Zusammenfassend noch einmal die
möglichen Ursachen für einen Tinnitus:
-ein Ohrschmalztpropf (=Cerumen obturans)
-Erkrankungen der Ohrtrompete (=Tubenmittelohrkatarrh infolge eines
Infektes)
-Schwerhörigkeit (z.B. infolge der
Altersschwerhörigkeit oder Lärmbelastung)
-Knalltrauma (z.B. nach einer Explosion oder nach einem Autounfall mit
Airbag-Entfaltung)
-internistische Erkrankung (z.B.
Bluthoch- oder -unterdruck, Zuckerkrankheit, Gefäßverkalkung)
-Halswirbelerschütterung -Schwindel -Hörsturz
-Tumoren des Gehirns (z.B. das Akustikusneurinom)
-seelischer und / oder
körperlicher Streß
Zusammenfassend noch einmal die Behandlungsmöglichkeiten des
Tinnitus:
www.meine-gesundheit.de/stiver/krankh/ohrger.htm
-im akuten Fall (< als 8 Wochen
bestehendes Ohrgeräusch) Infusionstherapie
-Medikamentöse Behandlung (durchblutungsfördernd)
-Sauerstoff-Überdruckbehandlung (=hyperbare
Ozontherapie)
-Akupunktur
-Tinnitus-Masker
-Tinnitus-Retraining-Therapie
-psychosomatische Behandlung (z.B. autogenes Training)
-in seltenen Fällen operative Behandlung (siehe
oben)
siehe
auch:
www.tinnitus.de
www.pippin.de/tinnitus-liga/
www.tinnitus.org
20. Paukenerguß (=Sero- / Seromucotympanom)
Häufig bedingt
durch eine Wucherung der Rachenmandel, führt zu einer
Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell, welches dann nicht mehr
richtig schwingen kann und so zu einer Schwerhörigkeit führt. Bei
Kindern kann hierbei die Sprachentwicklung verzögert werden. Therapie der
Wahl ist hierbei die operative Entfernung der Rachenmandel sowie ggf. ein
Trommelfellschnitt (=Paracentese) und bei sehr dickflüssigem Sekret die
Einlage von sog. Paukenröhrchen, die das Mittelohr durch das Trommelfell
nach außen offenhalten und das Hörvermögen schlagartig
verbessern.
(siehe auch: www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll04.htm)
21. Polypen (=Adenoide)
Vergrößerung der Rachenmandel, oft durch häufige Infekte
bedingt, verlegen die Nasenatmung und führen zu Dauerschnupfen,
Tubenkatarrh, Ohrentzündungen und Bronchitis. Auffallend sind
nächtliches Schnarchen, Mundatmung, nasale Sprache, Eßunlust,
Konzentrationsschwäche, nachlassende Schulleistungen. Therapie der Wahl ist
die Adenotomie (=operative Entfernung der Rachenmandel).
(siehe auch: www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll21.htm)
22. Schnarchen (=Rhonchopathie)
Das Schnarchen ist ein
Problem, welches mit zunehmendem Alter etwa 60% der Männer und ca. 40% der
Frauen betrifft! Es entsteht durch Bewegungen des Gaumensegels und des
Zäpfchens, gelegentlich auch des Zungengrundes bei der Atmung. Im Schlaf
erschlaffen die Muskeln des Gaumens und des Rachens, so daß sich dieser
verengt und das Schnarchgeräusch verursacht. Die Betroffenen sind dann
tagsüber oft müde und antriebslos, da es zu Atemstillständen
kommt, die bis zu 30 Sekunden andauern und bis zu 100 mal pro Nacht auftreten
können. Das Gehirn hat dann einen Sauerstoffmangel, der die Müdigkeit
verursacht. Genannt wird diese Erkrankung "obstruktives
Schlaf-Apnoe-Syndrom (=OSAS)"
(siehe auch: lungzurich.org/deutsch/osas.htm)
Das Schnarchen ist zum einen abhängig von der
Schlafposition: in Rückenlage schnarcht man häufiger als in der
Seitenlage. Ferner fördert eine verstopfte Nase, z.B bei einer
Nasenscheidewandverkrümmung (=Septumdeviation), das Schnarchen. Auch ist
bekannt, daß übergewichtige Menschen eher zum Schnarchen neigen als
Normalgewichtige. Ebenso führt Alkohol oder die Einnahme bestimmter
Medikamente (Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka) zu
verstärktem Schnarchen. Und nicht zuletzt bedingen auch allergische
Erkrankungen das Schnarchen! Bei der Untersuchung des Schnarchers erfolgt
zunächst die Betrachtung des Naseninneren durch den HNO-Arzt. Diese erfolgt
sowohl direkt als auch mittels eines Endoskops. Mit einer einfachen Messung (=Rhinomanometrie) kann man das
Ausmaß der Nasenatmungsbehinderung feststellen. Es folgt eine
Schnarchdiagnostik mit einem speziellen Gerät, welches der Betroffene
über Nacht zuhause trägt. Dieses Gerät zeichnet das Schnarchen
und die Atemaussetzer auf und gibt Auskunft über den Sauerstoffhaushalt im
Blut. Sollte hierbei eine erhebliche Störung festgestellt werden, wird der
Patient in ein klinisches Schlaflabor überwiesen, in dem eine
stationäre Sicherung der Diagnose erfolgt.
Die
Behandlung des Schnarchens ist vielfältig:
-bei
Übergewicht ist zunächst eine Gewichtsreduktion erforderlich
-eine allergische Ursache bedarf der ärztlichen
Behandlung (siehe unter Allergien)
-eine
Nasenscheidewandverkrümmung muß operativ beseitigt werden
-es gibt Geräte, die einen Sauerstoffüberdruck
mit einer Maske erzeugen (cPAP-Behandlung)
Operativ bestehen
folgende Möglichkeiten:
Zum ersten sollte eine
Nasenscheidewandverkrümmung begradigt werden. Dies ist ein Standardeingriff
in der HNO-Heilkunde, der sechs Tage Klinikaufenthalt erfordert. Ferner kann es
notwendig sein, den Gaumen und das Zäpfchen zu straffen. Bei diesem
Eingriff werden zumeist auch die Gaumenmandeln (=Tonsillen) mit entfernt.
Genannt wird diese Operation UPPP = Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik, wobei mehr
als 50% der Schnarcher eine deutliche Besserung der Beschwerden erfahren. Seit
einiger Zeit gibt es auch ein schonenderes Verfahren dieser Operationstechnik,
die mit einem Laser durchgeführt wird. Diese LAUP = Laser Assistierte
Uvulo-Palatoplastik kann in örtlicher Betäubung und ambulant
erfolgen!!!!
(siehe auch: www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll16.htm
Nichtoperativ gibt es folgende
Behandlungsmöglichkeiten:
Es sollte versucht
werden, die Schlafposition zu ändern, also der Schlaf in Seitenlage. Ferner
sollte in den letzten sechs Stunden vor dem Schlaf kein Alkohol mehr getrunken
werden. Ein bestehendes Übergewicht sollte durch eine Diät reduziert
werden. Eine bestehende Allergie sollte entsprechend behandelt werden. Es gibt
Geräte, die mit einer Maske über Nacht den Sauerstoffdruck
erhöhen (cPAP-Behandlung). Diese Behandlung ist zwar geeignet, das
Schnarchen zu beheben, aber sie ist mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden, so
daß sie nur bei schweren Formen des Schnarchens mit Atemstillständen
angewandt wird.
(siehe auch: www.lungzurich.org/deutsch/APPSLEEP.HTM)
© by Ulrich Krillke